Letzten Sonntag feierte das Musical „Heiweh – Fernweh“ in der Messe Luzern Premiere. Schon im Vorfeld habe ich mich extrem auf diese Aufführung gefreut. Es ist ein völlig neues Musical mit vielen bekannten Schweizer Songs. Schon in der Pause – und danach – verging mir aber die Freude langsam und ich konnte mir nur noch an den Kopf fassen. 🤦🏼‍♂️

Aber fangen wir von vorne an:

Gut, was heisst vorne? Genau das hab ich mich nämlich nach den ersten zehn Minuten des Stücks gefragt… Grundsätzlich sollte man bei einem Theater-/Musicalstück ja relativ schnell verstehen, wer die Hauptfigur ist, wie dessen Umfeld ausschaut und wo das Ganze spielt… Das war mir sonntags aber alles nach einer Stunde noch immer nicht klar…

Ausser gut ausgewählten Songs zum Covern hatte der erste Akt des Musicals nicht viel zu bieten. Und das, obwohl Bo Katzmann, seine Tochter Ronja, oder Nina Havel mitspielen. Ersterer ist jedoch wirklich nur zum Singen (und nicht zum Tanzen) geboren… Letztere überzeugte nebst Gesang und Tanz aber auch mit ihrem Walliserdiitsch.

Auch die zweite Halbzeit – soviel ich davon mitbekommen habe (hatte da noch eine kleine gesundheitliche Krise und mich für einen kurzen Moment in die Welt der Bewusstlosen begeben) – konnte mich nicht mehr ganz überzeugen.

Für mich war „Heiweh – Fernweh“ mehr wie eine konzertante Aufführung von verschiedenen Schweizer Songs. Eine wirkliche Story hatte das Musical nicht und auch an sinngerechten Übergängen fehlte es mir.

Beispiel:

Person A: wow, i bi so froh hani di kenneglernt!
Person B: goht mir doch genau glich.
A: i liebe di
>> Song „Träne“ von Francine Jordi und Florian Ast startet

Meine Gefühlslage: WHAT THE FUUUUUCK! JETZ MUE „EWIGI LIÄBI“ CHO, ABER SICHER NÖD TRÄNE?!?! 🤯🤐🤦🏼‍♂️

Beispiel 2:

A: ich will sie unbedingt für mi gwünne
B: denn lüt ihre mol ah und red mit ihre
A: aber i ha jo ihri Nummere gar nöd
>> Song „079“ von Lo&Leduc startet

Meine Gefühlslage: HAHAHAHAH! NICE TRY. ABER SORRY: DA LIED CHA IM COVER EIFACH NUR SCH**** TÖNE 🤭🙈🤦🏼‍♂️

Ich will mich mit meinen besagten Beispielen gar nicht über die Produktion von „Heiweh – Fernweh“ lustig machen. Aber ein (gutes) Musical funktioniert nicht so, wie dieses Stück. Die Choreografien waren teils wirklich gut, teils sehr einfach und unnötig. Der Gesang stimmte auch nicht überall – und wie erwähnt (aber ich muss es einfach nochmals loswerden): Die Story totaaaal ohne roten (verfolgbaren) Faden.

Zum guten Glück wurde ich zur Premiere eingeladen und musste nicht ein Ticket für CHF 100.- kaufen. Das hätte ich echt bereut.

Weiterempfehlung: 30%

Lasst euch selbst davon überzeugen und besucht „Heiweh – Fernweh“ in der Messe Luzern. Wäre über euer Feedback gespannt. Weil nicht alles ist an diesem Mundartstück schlecht. Immerhin hat es zwei echt heisse Tänzer. 🔥😉

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