Wieso es das letzte Musical ist

In genau einem Monat ist die langersehnte Premiere des Musicals “The Addams Family” in Flawil. In meiner Rolle als Onkel Fester will ich auf der Bühne überzeugen können und mit all meinen Castkollegen eine super Vorstellung hinblättern. Was es aber alles braucht bis so ein Musical bühnenreif ist, wissen die wenigsten.

Anfang September 2016 fingen wir an zu proben für unser Musical. Es schien alles perfekt zu sein. Wir hatten eine gute Besetzung, Musiker im Boot, die Rechte gesichert und ein spezielles Musical zu Hand. Ein Broadway-Musical auf der Flawiler Bühne. Ich meine, hat diese Gemeinde jemals mit sowas “Grossem” gerechnet? Es ist ein Musical, bei welchem unser 2015 gegründeter Verein “Musicalfieber Flawil” tief in die Taschen greifen musste. Und niemand zeigt Anerkennung.

Liebe Leute, ein Musical zu organisieren ist nicht einfach! Nicht nur die Nerven gehen einem durch, auch die Psyche ist stark belastet. Während man 24/7 ans Projekt denkt, was noch zu machen ist, auf was man aufpassen muss, ob man was vergessen hat, wen man noch informieren muss, welche Telefone drängen, ob man genug Sponsoren hat, das Geld ausreicht, die Musiker sich mit dem Cast verstehen, Technikgschmäus für die Auftritte verfügbar sind, etc etc etc, hat man gar kein eigenes Privatleben mehr. Selbst im Wellnesshotel überlegt man sich zum nächsten Song eine Choreographie.
Und dann kommen da die Leute und sagen einem “Alter, was benimmst dich immer so gestresst, du machst nur so’n kack Musical”, oder “Also ein wenig Singen und Schauspielern könnt ich jetzt auch noch – ist ja keine Sache”, oder “Denkst du echt, die Leute wollen dein Laienmusical sehen”. Danke all denen für ihre netten Worte und die tatkräftige Unterstützung, dass wir während des Projektes physisch und psychisch stabil bleiben. – Wüsstet ihr doch nur wie wir uns vom O.K. wirklich fühlen! – Weinen und hoffen, dass man nicht zusammenbricht sind nur zwei Dinge, welche uns täglich begleiten.

Dass man sich mit dem O.K.-Kollegen zerstreitet während des Projekts, da sich so viele Gefühle und Emotionen ansammeln, ist normal. Dass man nie wieder ein Musical machen will ist auch normal.
Dass man dann aber trotzdem wieder eins macht………man weiss es nicht.

Das Geschriebene in diesem Blog ist nicht nur aus dem letztlichen Zweifel entstanden, nicht zu genügen, sondern ich hoffe, dass man auch unsere Arbeit endlich akzeptiert, anerkannt und schätzt. Einfach mal ein positives Wort von euch würde reichen, um uns zu zeigen, dass wir das Richtige machen. Denkt darüber nach!

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